Tibet aktuell
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die letzten Neuigkeiten aus Tibet

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Internationale Gesellschaft fr Menschenrechte (IGFM)
* Arbeitsgruppe Mnchen
* Adelheid Dnges, Packenreiterstr. 18, 81247 Mnchen
* Tel (+49 89) 811 35 74 oder (+49 40) 480 80 77 (Angelika Mensching)

Bei uns erhltlich: Das Buch von Tsering Woeser: Ihr habt die Gewehre, ich einen Stift - eine Chronologie der Ereignisse 2008 in Tibet

 

Tibet

Klicken Sie hier und Sie kommen  auf die umfangreichste Webseite zum Thema Tibet und Menschenrechte in deutscher Sprache.
Verantwortlich ist die Arbeitsgruppe Mnchen der Internationalen Gesellschaft fr Menschenrechte, IGFM.
Bei den Texten handelt es sich um bersetzungen aus dem  Englischen, der Herausgeber ist jeweils in der Kopfzeile genannt, in Zweifelsllen ist das englische Orginal mageblich.

 

Eine Reihe von Tibetern, die sich verbrannten, damit die Welt auf ihr Leid aufmerksam werde, hinterlie ergreifende
Abschiedsbotschaften und Vermchtnisse, krzlich erschienen sie bei Global Times in englischer bersetzung.

Eine anhand der Orginaltexte ergnzte bersetzung ins Deutsche (mit Bildern der Feueropfer) steht auf unserer Website:"21
letzte Botschaften von Tibetern, die sich fr die Freiheit ihres Landes selbst verbrannten",
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2012/Woeser-LastStatements_23.11.html,

dort gibt es auch eine pdf-Datei zum Download http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2012/WoeserLastWords_Bilder.pdf
***********************************************************************
High Peaks Pure Earth, www.highpeakspureearth.com
4. Dezember 2012

Von Tibetern, die sich den Flammen bergaben, hinterlassene Zeugnisse, von Tsering Woeser
=================================================
Rikyo: Dzamthang Dzong, Amdo, (heutige Stadt Dzamthang im Bezirk Dzamthang, Prfektur Ngaba, Provinz Sichuan), Nomadin,
drei Kinder, 33 Jahre alt.

Am 30. Mai 2012 verbrannte sie sich in der Nhe des Jonang Klosters von Dzamthang und starb auf der Stelle. Ihre
berreste wurden ins Kloster getragen, und spter scherten dort ansssige Tibeter ihren Krper feierlich ein.

Am 18. August 2012 ging dem Tibetischen Zentrum fr Demokratie und Menschenrechte aus Tibet ihr Testament zu, das sie
verfasst hatte, ehe sie in den Tod ging:

Mge die ganze Welt Frieden und das Glck erlangen!
Auf dass Seine Heiligkeit der Dalai Lama nach Tibet zurckkehren kann,
Schlachtet keine Tiere ab und treibt keinen Handel mit ihnen,
Stehlt nicht, sprecht Tibetisch, ttet keine lebenden Wesen, streitet nicht untereinander!
Das Leiden aller Lebewesen auf mich nehmend, bitte ich Euch:
Leistet keinen Widerstand, falls ich lebendigen Leibes in die Hnde der Chinesen gerate!
Seid eintrchtig, pflegt die tibetische Kultur,
Meine lieben Angehrigen, ich verbrenne im Feuer,
Doch seid nicht niedergeschlagen ob meines Opfers.

High Peaks Pure Earth bersetzte einen Blog-Eintrag von Woeser, den sie im August fr die tibetische Sektion von Radio
Free Asia geschrieben und am 12. September 2012 auf ihre Website gesetzt hatte.

Seit dieser Beitrag geschrieben wurde, gab es eine dramatische Flut von Selbstverbrennungen. Woeser hat kontinuierlich
Informationen darber gesammelt und sie auf ihrer Blog-Seite, ber Twitter und Facebook verbreitet. Am 23. November
bersetzte Global Voices diesen Blog-Eintrag von Woeser, in dem sie die Letzten Worte von Tibetern, die sich selbst
verbrannten, zusammengetragen hatte.

Die von den tibetischen Feuerhelden hinterlassenen Botschaften, von Woeser
------------------------------------------------------------------------------------------------------
Vom 27. Februar 2009 bis zum 7. August 2012 haben 48 Tibeter in Tibet und drei im Exil lebende Feuer an sich gelegt, was
eine Gesamtzahl von 51 ergibt. Neun davon waren Frauen, und 38 davon sind gestorben.

Bei so vielen Tibetern, die sich einer um den anderen selbst verbrennen, meinen viele Leute, sie tten dies angesichts
der grausamen Realitt aus einem Gefhl der Hoffnungslosigkeit heraus. Der Kalon Tripa Lobsang Sangay stellte einmal in
einer Rede fest, dass Selbstverbrennungen im Zusammenhang mit den Wahlen der politischen Fhrung 2011 in Dharamsala
stattfanden, damals lieen Tibeter in Tibet ihren Krper von den Flammen verzehren, um damit ihre Verbundenheit und die
Einheit der Tibeter zum Ausdruck zu bringen.

Die Selbstverbrennungen von so vielen Tibetern knnen jedoch auf keinen Fall auf diesen einen Nenner gebracht werden. Sei
es nun Hoffnungslosigkeit oder Hoffnung, diese Motive sollten nicht als gegeben hingenommen werden, und noch weniger
sollten sie als Mittel betrachtet werden, aus dem man Nutzen ziehen kann, denn das wre sehr respektlos jenen Tibetern
gegenber, die sich dem Feuertod hingaben.

Wenn die Grnde, warum jemand zu solch einer Tat schreiten kann, von einer Person genannt wrden, die sich tatschlich
verbrannt hat, dann wren sie gewiss am berzeugendsten. Bis zum heutigen Tag liegen etwa 12 [inzwischen sind es 21]
Abschiedsworte, Notizen oder akustisch aufgezeichnete Testamente vor, die die Feuerhelden zurcklieen und die uns bekannt
wurden. Das sind sehr kostbare Beweisstcke, selbst wenn wir sie uns nur von etwa einem Viertel all jener, die sich den
Flammen berantworteten, vorliegen.

Tenzin Phuntsog, der am 1. Dezember 2011 den freiwilligen Feuertod starb, schrieb vier Zeilen:

Wie knnen wir diesem totalitren Regime vertrauen, das uns verbietet, unseren buddhistischen Glauben zu praktizieren?
Wenn ich an all das Leid denke, das die gesamte tibetische Region und unser Karma Kloster dieses Jahr durchgemacht hat,
dann kann ich einfach nicht lnger warten und unbekmmert weiterleben.

Und Lama Sobha, der sich am 8. Januar 2012 verbrannte und sofort starb, zeichnete sein Testament, von mehreren Minuten
auf Video auf. Mit ruhiger deutlicher Stimme nennt er den Grund, aus dem heraus er sich zu dieser Tat entschloss:

Ich begehe diese Handlung weder fr mich selbst noch aus einem persnlichen Wunsch heraus, noch um der Ehre und des
Ruhmes willen.
Ich opfere meinen Krper in fester Entschlossenheit und mit einem reinen Herzen,
Ebenso wie der Buddha seinen Krper einer hungrigen Tigerin mutig zum Fra gab.
Alle tibetischen Helden haben ihr Leben aus hnlichen Motiven und Grundstzen geopfert.

Jamphel Yeshi, der sich am 26. Mrz 2012 in New Delhi verbrannte, hinterlie einen Brief, in dem er fnf sehr deutliche
Forderungen stellte:

"Der Zweck, weshalb Tibeter in unserem 21. Jahrhundert ihren kostbaren Krper verbrennen, ist, dass die Welt von dem
Leiden der sechs Millionen Tibeter erfahre, dass ihnen die grundlegenden Menschenrechte vorenthalten werden. Wenn Ihr
Liebe und Mitgefhl habt, dann steht auf fr das hilflose tibetische Volk!

In der von dem jungen Nangdrol hinterlassenen Notiz und der Aufzeichnung von Choepak Kyap und Sonam kommt sogar noch
deutlicher zum Ausdruck, warum sie sich selbst den Flammen anheimgeben:

Weil wir nicht mehr unter diesen drakonischen Gesetzen weiterleben knnen, weil wir diese Qual, die keine Narben
hinterlsst, nicht mehr ertragen knnen.
Weil das Leiden des tibetischen Volkes infolge der Verweigerung seiner Freiheit viel grer ist als die Tragdie der
Verbrennung unserer Krper.

Ich stelle die Umstnde fr jeden einzelnen tibetischen Feuerhelden zusammen. Krzlich erklrte ich den Journalisten von
CNN und anderen Medienvertretern: Die Selbstverbrennungen der Tibeter sind keine Selbstmorde, sie sind freiwillige Opfer!
Es sind diese unmenschlichen Kolonisatoren, diese schlimme Regierung, die die Krper buddhistischer Mnche und Laien in
Flammen auflodern lsst, die sie dazu bringt, sich selbst zu opfern und zu protestieren!

Obwohl sie diesen Feuerbrand wten sehen, diese lebenden Fackeln der Menschenrechte, schweigen die Chinesen und der
Westen schweigt ebenso, die Welt schweigt. Angesichts dieser kontinuierlich brennenden Fackeln der Menschenrechte gibt es
zumindest eine Stimme, die glaubt: Die Kette tibetischer Feuertode ist die grte politisch motivierte Welle von
Selbstverbrennungen als eine Form des Protestes.

Auf der anderen Seite ruft es tiefen Schmerz und Verzweiflung hervor, wenn man sieht, wie sich Leute aus Protest selbst
verbrennen. Am 7. Mrz 2012 unterzeichnete ich gemeinsam mit dem in den USA ansssigen Arjia Rinpoche und dem Dichter Gade
Tsering aus Kanlho in Amdo den folgenden Appell: Aufruf an die Tibeter, die Selbstverbrennungen einzustellen: Schtzt
Euer Leben hoch in einer Zeit der Unterdrckung!. Doch unser Appell war vergeblich. Eigentlich war mir von vorneherein
klar, dass es so sein wrde, denn die Militrpolizei mit auf den Rcken gebundenen Feuerlschern hat ganz Tibet berzogen,
sie tun bles, sie stiften Verbitterung. Nur, wenn sie aufhren, das zu tun, dann hren die Tibeter vielleicht damit auf,
sich selbst zu verbrennen, und das ist eine nackte und unmissverstndliche Tatsache.

Obwohl unser Aufruf ins Leere traf, mchte ich dennoch zum Ausdruck bringen, dass es viele Wege des Widerstandes gibt.
Fr uns sollten die Mittel fr unseren Widerstand aus unserer eigenen Religion, Tradition und Kultur kommen. Als ein
Beispiel mchte ich die vierzigtausend tibetischen Mnche nennen, die als Helfer herbeieilten, als das Erdbeben 2010 die
Region Yulshul heimsuchte. Es ist dies eine Kraft, die gegen jedes Unglck und jede Katastrophe ankmpfen kann.

bersetzung: Adelheid Dnges, Revision: Angelika Oppenheimer
*************************************************************
* Internationale Gesellschaft fr Menschenrechte (IGFM)
* Arbeitsgruppe Mnchen
* Adelheid Dnges, Packenreiterstr. 18, 81247 Mnchen
* Tel (+49 89) 811 35 74 oder (+49 40) 480 80 77 (Angelika Oppenheimer)
* tibet@igfm-muenchen.de, www.igfm-muenchen.de
* Spendenmglichkeit: IGFM Mnchen,
* Kto 158393803, Postbank Mnchen, BLZ 700 100 80
* IBAN DE71700100800158393803 - BIC PBNKDEFF
* Bei den bersetzungen handelt es sich um nicht autorisierte.
***************************************************************Eine Reihe von Tibetern, die sich verbrannten, damit die
Welt auf ihr Leid
aufmerksam werde, hinterlie ergreifende Abschiedsbotschaften und
Vermchtnisse, krzlich erschienen sie bei Global Times in englischer
bersetzung.

Eine anhand der Orginaltexte ergnzte bersetzung ins Deutsche (mit Bildern der
Feueropfer) steht auf unserer Website:"21 letzte Botschaften von Tibetern, die
sich fr die Freiheit ihres Landes selbst verbrannten",
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2012/Woeser-LastStatements_23.11.html,

dort gibt es auch eine pdf-Datei zum Download
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2012/WoeserLastWords_Bilder.pdf
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High Peaks Pure Earth, www.highpeakspureearth.com
4. Dezember 2012

Von Tibetern, die sich den Flammen bergaben, hinterlassene Zeugnisse, von
Tsering Woeser
=================================================
Rikyo: Dzamthang Dzong, Amdo, (heutige Stadt Dzamthang im Bezirk Dzamthang,
Prfektur Ngaba, Provinz Sichuan), Nomadin, drei Kinder, 33 Jahre alt.

Am 30. Mai 2012 verbrannte sie sich in der Nhe des Jonang Klosters von
Dzamthang und starb auf der Stelle. Ihre berreste wurden ins Kloster getragen,
und spter scherten dort ansssige Tibeter ihren Krper feierlich ein.

Am 18. August 2012 ging dem Tibetischen Zentrum fr Demokratie und
Menschenrechte aus Tibet ihr Testament zu, das sie verfasst hatte, ehe sie in
den Tod ging:

Mge die ganze Welt Frieden und das Glck erlangen!
Auf dass Seine Heiligkeit der Dalai Lama nach Tibet zurckkehren kann,
Schlachtet keine Tiere ab und treibt keinen Handel mit ihnen,
Stehlt nicht, sprecht Tibetisch, ttet keine lebenden Wesen, streitet nicht
untereinander!

Das Leiden aller Lebewesen auf mich nehmend, bitte ich Euch:
Leistet keinen Widerstand, falls ich lebendigen Leibes in die Hnde der
Chinesen gerate!

Seid eintrchtig, pflegt die tibetische Kultur,
Meine lieben Angehrigen, ich verbrenne im Feuer,
Doch seid nicht niedergeschlagen ob meines Opfers.

High Peaks Pure Earth bersetzte einen Blog-Eintrag von Woeser, den sie im
August fr die tibetische Sektion von Radio Free Asia geschrieben und am 12.
September 2012 auf ihre Website gesetzt hatte.

Seit dieser Beitrag geschrieben wurde, gab es eine dramatische Flut von
Selbstverbrennungen. Woeser hat kontinuierlich Informationen darber gesammelt
und sie auf ihrer Blog-Seite, ber Twitter und Facebook verbreitet. Am 23.
November bersetzte Global Voices diesen Blog-Eintrag von Woeser, in dem sie
die Letzten Worte von Tibetern, die sich selbst verbrannten, zusammengetragen
hatte.

Die von den tibetischen Feuerhelden hinterlassenen Botschaften, von Woeser
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Vom 27. Februar 2009 bis zum 7. August 2012 haben 48 Tibeter in Tibet und drei
im Exil lebende Feuer an sich gelegt, was eine Gesamtzahl von 51 ergibt. Neun
davon waren Frauen, und 38 davon sind gestorben.

Bei so vielen Tibetern, die sich einer um den anderen selbst verbrennen, meinen
viele Leute, sie tten dies angesichts der grausamen Realitt aus einem Gefhl
der Hoffnungslosigkeit heraus. Der Kalon Tripa Lobsang Sangay stellte einmal in
einer Rede fest, dass Selbstverbrennungen im Zusammenhang mit den Wahlen der
politischen Fhrung 2011 in Dharamsala stattfanden, damals lieen Tibeter in
Tibet ihren Krper von den Flammen verzehren, um damit ihre Verbundenheit und
die Einheit der Tibeter zum Ausdruck zu bringen.

Die Selbstverbrennungen von so vielen Tibetern knnen jedoch auf keinen Fall
auf diesen einen Nenner gebracht werden. Sei es nun Hoffnungslosigkeit oder
Hoffnung, diese Motive sollten nicht als gegeben hingenommen werden, und noch
weniger sollten sie als Mittel betrachtet werden, aus dem man Nutzen ziehen
kann, denn das wre sehr respektlos jenen Tibetern gegenber, die sich dem
Feuertod hingaben.

Wenn die Grnde, warum jemand zu solch einer Tat schreiten kann, von einer
Person genannt wrden, die sich tatschlich verbrannt hat, dann wren sie
gewiss am berzeugendsten. Bis zum heutigen Tag liegen etwa 12 [inzwischen sind
es 21] Abschiedsworte, Notizen oder akustisch aufgezeichnete Testamente vor,
die die Feuerhelden zurcklieen und die uns bekannt wurden. Das sind sehr
kostbare Beweisstcke, selbst wenn wir sie uns nur von etwa einem Viertel all
jener, die sich den Flammen berantworteten, vorliegen.

Tenzin Phuntsog, der am 1. Dezember 2011 den freiwilligen Feuertod starb,
schrieb vier Zeilen:

Wie knnen wir diesem totalitren Regime vertrauen, das uns verbietet, unseren
buddhistischen Glauben zu praktizieren?
Wenn ich an all das Leid denke, das die gesamte tibetische Region und unser
Karma Kloster dieses Jahr durchgemacht hat, dann kann ich einfach nicht lnger
warten und unbekmmert weiterleben.

Und Lama Sobha, der sich am 8. Januar 2012 verbrannte und sofort starb,
zeichnete sein Testament, von mehreren Minuten auf Video auf. Mit ruhiger
deutlicher Stimme nennt er den Grund, aus dem heraus er sich zu dieser Tat
entschloss:

Ich begehe diese Handlung weder fr mich selbst noch aus einem persnlichen
Wunsch heraus, noch um der Ehre und des Ruhmes willen.
Ich opfere meinen Krper in fester Entschlossenheit und mit einem reinen
Herzen,
Ebenso wie der Buddha seinen Krper einer hungrigen Tigerin mutig zum Fra gab.
Alle tibetischen Helden haben ihr Leben aus hnlichen Motiven und Grundstzen
geopfert.

Jamphel Yeshi, der sich am 26. Mrz 2012 in New Delhi verbrannte, hinterlie
einen Brief, in dem er fnf sehr deutliche Forderungen stellte:

"Der Zweck, weshalb Tibeter in unserem 21. Jahrhundert ihren kostbaren Krper
verbrennen, ist, dass die Welt von dem Leiden der sechs Millionen Tibeter
erfahre, dass ihnen die grundlegenden Menschenrechte vorenthalten werden. Wenn
Ihr Liebe und Mitgefhl habt, dann steht auf fr das hilflose tibetische Volk!

In der von dem jungen Nangdrol hinterlassenen Notiz und der Aufzeichnung von
Choepak Kyap und Sonam kommt sogar noch deutlicher zum Ausdruck, warum sie sich
selbst den Flammen anheimgeben:

Weil wir nicht mehr unter diesen drakonischen Gesetzen weiterleben knnen,
weil wir diese Qual, die keine Narben hinterlsst, nicht mehr ertragen knnen.
Weil das Leiden des tibetischen Volkes infolge der Verweigerung seiner Freiheit
viel grer ist als die Tragdie der Verbrennung unserer Krper.

Ich stelle die Umstnde fr jeden einzelnen tibetischen Feuerhelden zusammen.
Krzlich erklrte ich den Journalisten von CNN und anderen Medienvertretern:
Die Selbstverbrennungen der Tibeter sind keine Selbstmorde, sie sind
freiwillige Opfer! Es sind diese unmenschlichen Kolonisatoren, diese schlimme
Regierung, die die Krper buddhistischer Mnche und Laien in Flammen auflodern
lsst, die sie dazu bringt, sich selbst zu opfern und zu protestieren!

Obwohl sie diesen Feuerbrand wten sehen, diese lebenden Fackeln der
Menschenrechte, schweigen die Chinesen und der Westen schweigt ebenso, die Welt
schweigt. Angesichts dieser kontinuierlich brennenden Fackeln der
Menschenrechte gibt es zumindest eine Stimme, die glaubt: Die Kette tibetischer
Feuertode ist die grte politisch motivierte Welle von Selbstverbrennungen als
eine Form des Protestes.

Auf der anderen Seite ruft es tiefen Schmerz und Verzweiflung hervor, wenn man
sieht, wie sich Leute aus Protest selbst verbrennen. Am 7. Mrz 2012
unterzeichnete ich gemeinsam mit dem in den USA ansssigen Arjia Rinpoche und
dem Dichter Gade Tsering aus Kanlho in Amdo den folgenden Appell: Aufruf an
die Tibeter, die Selbstverbrennungen einzustellen: Schtzt Euer Leben hoch in
einer Zeit der Unterdrckung!. Doch unser Appell war vergeblich. Eigentlich
war mir von vorneherein klar, dass es so sein wrde, denn die Militrpolizei
mit auf den Rcken gebundenen Feuerlschern hat ganz Tibet berzogen, sie tun
bles, sie stiften Verbitterung. Nur, wenn sie aufhren, das zu tun, dann hren
die Tibeter vielleicht damit auf, sich selbst zu verbrennen, und das ist eine
nackte und unmissverstndliche Tatsache.

Obwohl unser Aufruf ins Leere traf, mchte ich dennoch zum Ausdruck bringen,
dass es viele Wege des Widerstandes gibt. Fr uns sollten die Mittel fr
unseren Widerstand aus unserer eigenen Religion, Tradition und Kultur kommen.
Als ein Beispiel mchte ich die vierzigtausend tibetischen Mnche nennen, die
als Helfer herbeieilten, als das Erdbeben 2010 die Region Yulshul heimsuchte.
Es ist dies eine Kraft, die gegen jedes Unglck und jede Katastrophe ankmpfen
kann.

bersetzung: Adelheid Dnges, Revision: Angelika Oppenheimer
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* Internationale Gesellschaft fr Menschenrechte (IGFM)
* Arbeitsgruppe Mnchen
* Adelheid Dnges, Packenreiterstr. 18, 81247 Mnchen
* Tel (+49 89) 811 35 74 oder (+49 40) 480 80 77 (Angelika Oppenheimer)
* tibet@igfm-muenchen.de, www.igfm-muenchen.de
* Spendenmglichkeit: IGFM Mnchen,
* Kto 158393803, Postbank Mnchen, BLZ 700 100 80
* IBAN DE71700100800158393803 - BIC PBNKDEFF
* Bei den bersetzungen handelt es sich um nicht autorisierte.
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